Die große Wallfahrt nach Marienstatt


Allein 5000 bis 6000 Wallfahrer pilgern jedes Jahr zum großen Wallfahrtstag (Oktavtag von Fronleichnam) nach Marienstatt. Er geht zurück auf ein Pestgelübde, das nachweislich seit 1489 jährlich eingelöst wird. Bis heute haben Prozessionen aus den Pfarreien des Westerwaldes und des Siegtals, besonders aber von der “Trierischen Insel”, die Tradition der Eucharistiewallfahrt aufrechterhalten.

Nach 31 Jahren hatte Pater Prior Martin Pfeifer darum gebeten, ihn aufgrund einer Vielzahl weiterer Aufgaben von seinem Amt als Wallfahrtsleiter zu entpflichten. Seine Aufgaben übernahm nun erstmals der von der Zisterzienserabtei Himmerod gekommene Mitbruder Pater Ignatius Fritsch. Abt Andreas Range bedankte sich bei seinem Prior für die stets mit Herzblut geleistete Arbeit der letzten Jahrzehnte.

Bei bestem Wetter, dass nur am Nachmittag durch ein Gewitter gestört wurde, nahmen die Wallfahrerinnen und Wallfahrer, begleitet von ihren Seelsorgerinnen und Seelsorgern, Messdienerinnen und Messdienern und vielen Musikkapellen, den Weg nach Marienstatt auf sich.

Dem Pontifikalamt auf dem Abteihof stand der Abtpräses der Mehrerauer Kongregation und Vorsteher des Zisterzienserklosters Wettingen-Mehrerau, Abt Anselm van der Linde OCist vor, der für seine Predigt mehrfach Applaus bekam. Er betonte, dass es nicht an den Menschen sei zu entscheiden, wer würdig oder unwürdig sei, das Mahl Jesu zu empfangen. Einzig dem Gastgeber, Gott selbst, obliege diese Rolle. Am Tisch des Herrn dürfe es keine konfessionelle, rassische oder sonstige Abgrenzung geben.  Damit vertritt er eine deutlich liberalere Position als der Vatikan.
Mit der Vesper um 14:30 Uhr endete ein Fest des Glaubens und der Gemeinschaft von zahlreichen Schwestern und Brüdern in Christus.


Rudi Grabowski











Große Wallfahrt nach Marienstatt 2018